Sterben VI oder: Der allerzärtlichste Bohneneintopf der Welt

 

 

(Sterben I – V findest du hier)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor bald einem Jahr starb meine langjährige Freundin Petra. 

Ein Jahr nun trage ich sie meist still in meinem Herzen, steht ihr Bild bei mir in der Küche, die sie trotz ihrem großen Wunsch mich wenigstens ein einziges Mal in Dresden zu besuchen, nicht mehr erleben konnte.

Wir verbrachten unsere Zeit ganz oft gemeinsam in der Küche. 

In ihrer. In meiner. 

Bekochten einander. 

Redeten.

Hörten zu. 

Lachten. 

Ja.

Ihr Bild ist hier genau richtig. 

 

Richtig ist auch, nun, 

nach fast einem Jahr, 

den letzten Teil meines Schreibens über die Zeit ihres Sterbens mit dir als hier lesenden Menschen zu teilen.

Allerdings gibt es dieses Mal nichts zu lesen, sondern es gilt zu hören. 

Wie du vielleicht erinnerst, war ich im Juli 2023 nach einem tränenreichen Abend und einer tief schlafenden kurzen Nacht 630 km aus unserem Sommerretreat bei Koblenz in den Spreewald gereist. 

Um Dazusein. 

Und es war klar, dass ich, wenn sie für immer zur Ruhe gekommen sein würde, wieder zurück reise in die Retreatzeit. Zurück zu den 20 Menschen in Stille. 

Um das allerdings gut zu können ohne mich zu überfordern, musste ich reden, musste ich mich reden hören, musste ich erzählen können, Worte finden für das Erlebte. 

Teilen. 

Und so teilte ich mit einem Kreis von Frauen, die ich ganz gern meine „Wahlfamilie“ nenne. 

6 Frauen.

Es war früh am Morgen, am zweiten Tag nach Petras Sterben, und ich erzähle. 

Letztes Jahr im Juli 2023. 

 

Und heute nun, fast ein Jahr später, teile ich meine damals gesprochenen Worte  h i e r, auf meiner Seite. 

Weil das Sterben so reich ist und wir uns darüber austauschen sollten. 

Einander erzählen. 

Einander zuhören. 

Miteinander da sein. 

 

 

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