Ankommen – Nähren & Sein

 

Eine Geschichte

 

Im Herbst 2019 fuhr ich zu einer Verabredung mit XY, die im Frühling mit mir eine 7-tägige Frauenzeit zusammen verbracht hatte. Sie wollte einige Themen ihres Lebens bei unserer Verabredung und unter meiner Begleitung etwas tiefer erfahren und nicht nur bedenken. In der gemeinsamen Zeit strahlte sie mich plötzlich an und sagte: „Sag, Kati, kann man nicht, wenn man so wie ich schon eine intensive Woche mit dir hatte und weiter dran bleiben möchte, ein verlängertes Wochenende mit dir verbringen? Ich suche uns einen schönen Ort, und wir haben ein Frauenzeitwochenende zusammen. Was meinst du, wäre das nicht was?“

Ich hörte ihre Worte und achtete auf meine Körperreaktionen, meine Empfindungen, meine Gedanken. Da war ein eindeutiges Nein zu fühlen. Noch mehr Tage im Jahr nicht zuhause sein?

Ich bin ca. 180 Tage im Jahr nicht zuhause. Das ist enorm viel Zeit. Mein Leben ist durch die Art meiner „Arbeit“ zwar sehr beruhigt doch im eigenen Reich zu sein, im eigenen Bett zu schlafen, jederzeit in die Badewanne tauchen zu können, ist ein Riesengeschenk.

Meine Antwort an sie war also, trotz eines winzigen Momentes von Zögern, ein klares Nein.

Doch seitdem arbeitete es in mir. Ein ganzes Jahr lang. Immer wieder tauchte ihre Idee in meinen Gedanken auf. Denn: Ich schätze es unendlich, wenn Menschen mit Wünschen/Ideen an mich herantreten. Und es war ja auf keinen Fall eine blöde Idee.

 

Oktober 2020

Überraschend kommt für 2 Nächte eine meiner ganz nahen, lebenserfahrenen Frauen zu Besuch. Wir kennen uns seit fast 20 Jahren. Fast 20 Lebensjahre trennen uns voneinander. Sie sind nicht spürbar.

Ich bekomme sehr selten Besuch von Familie und Freunden. Meistens reise ich die vielen Kilometer zu ihnen und bin dann in einem mehrtägigen schlendernden Besuchsmarathon, um alle ganz persönlich und nicht nur über Zoom oder Telefon zu sehen oder zu hören. Doch sie nimmt es auf sich, die 670 km zu reisen um gemeinsame Zeit zusammen zu haben – hier bei mir, in meinen Frauenreich, das, seitdem Adriaan 160 Kilometer entfernt ganz nah bei Aurelius (8 Jahre) wohnt, wirklich ganz mein Reich geworden ist.

Wir verbringen 3 intensiv-entspannte Tage und am Ende der Zeit ist da einfach nur Dankbarkeit für uns – gerade auch in diesem besonderen Jahr mit all seinen Ausbremsungen und Verdichtungen und Beschleunigungen und Isolierungen.

Sie reist zurück und ich bin wieder allein.

Zwei Nächte später wache ich in der morgendlichen Dunkelheit des sonnigen Oktobers auf und eine .merk.Würdige Idee sät sich in mir aus:

 

Was wäre, wenn aus dem schönen,

ungenutzten Zimmer hinter meinem klaren Yogazimmer,

ein Frauengästezimmer werden würde?

 

 

Mmh. 

 

?

?   Echt   ?

?

 

Mmh.

„Ja, aber geht denn das?“ fragt zweifelnd der Kopf.

Mein ganzer Körper strömt bei dem Gedanken an ein Frauenzimmer, mein Herz quillt über vor freudiger Innigkeit.

 

„Ja, aber willst du das denn?“ fragt zweifelnd der Kopf? „In deinen ganz privaten, geschützten und dich behütenden Raum einen anderen Menschen, eine andere Frau einladen?“

Der Körper strömt noch immer, das Herz ist noch immer weit.

Mmh.

 

„Ja, bringt das denn was?“ fragt zweifelnd der Kopf.

„Natürlich!“ antwortet strahlend das Herz.

Mmh.

 

Eine meiner Erkenntnisse von 2019 ist: Wenn alles in mir/ in dir weit wird, dann geh weit-er. Auch wenn der Kopf zweifelt. Auf diese Weise auf mich zu hören, war mein roter Faden in 2020: mein Spüren prüfend ernst nehmen.

Gemeinsame Frauenzeit also? Hier zuhause bei mir auf dem Engelnberg?

Ganz oben.

Der Diamant in der Krone der Königin 😉 sag ich immer scherzhaft schmunzelnd… 

3. Etage Altbau.

Hohe Räume.

Stuck an den Decken.

 

Mmh.

 

Nun bin ich also mal wieder schwanger. Mit einer Idee.

Soll sie ins Leben kommen?

 

Meine nahe Frau ermutigt mich.

Sofort und ganz unmittelbar. „Das musst du tun Kati. Es wird wirksam sein.“ sagt sie, und jetzt während ich diese Zeilen schreibe, kommt unser Gespräch von vor einigen Tagen auf, in dem sie mir erzählte, was alles anders sei, seitdem sie bei mir war. Wie inspiriert und ermutigt sie gewesen sei durch die gemeinsame Zeit im Oktober. Hier bei mir auf dem Engelnberg.

Ganz oben.

In der Krone der Königin ;).

Und damals im Oktober noch ganz ohne ein sonderbesonderes Zimmer.

 

Mmh.

 

Da muss ich drüber schlafen.

Mehrfach.

 

 

 

Ende November ist es klar in mir.

Plötzlich ist es ganz sicher.

 

Herz & Kopf haben sich vereint

*

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    *  *  *      Ich werde mein Reich öffnen      *  *  * 

*  *  *

*

Und ab da beginnt alles in mir sich darauf auszurichten.

 

Auf das Frauenzimmer.

Auf das Teilen.

Auf die Frauen.  

 

 

2021

 

Das neue Jahr beginnt.

Adriaan und Marck kommen.

Wir räumen das Zimmer leer.

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Leerer Raum um mich

Leere Tage vor mir (wir dürfen ja nicht „arbeiten“)

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12 leere Tage

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12 leere Tage, in denen dieses Frauenreich im Frauenreich aus meinen Herzen heraus wächst.

Nach fast 3 Wochen über die Weihnachtstage, den Jahreswechsel und all die besonderen Nächte hinweg allein in Stille hier, bin ich bereit, allen inneren Regungen ohne Einmischung meiner zweifelnden und wollenden Gedanken zu folgen. Ich habe keinen Plan.

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Es ist eine  große  Kraft,

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wenn Denken & Wollen

sich vor dem Spüren & DaSein & Entfalten lassen

.

verneigen

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Alles entsteht.

Ja.

So entsteht es.

So wächst es.

 

Frauenzimmer

d:ein Zimmer

*

R a u m

*

R a u m, den   J e d e   von uns haben sollte und sich erschaffen kann

in sich und um sich

*

Manchmal schenkt das Leben und du dir selbst diesen  R a u m  ganz großzügig,

und manchmal ist er vielleicht winzig klein.

Aber er ist da. 

*

wenn du ihn dir nimmst

wenn du ihn dir zugestehst

wenn du ihn dir erlaubst

*

 

R a u m  für dich, für dich, für dich  

*

F ü r   d i c h

*

Hier bei mir und immer mehr

*

durch dich selbst

für dich selbst

 

*

*

*

 

mehr